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Verband Hessischer Geschichtslehrerinnen und -lehrer VHGLL
Geschichte für heute lehren und lernen!

Berichte aus unserem
Mediencafé

Ankündigungen weiterer Veranstaltungen auf der
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19.1.22: Arbeit mit Erklär- bzw. Lernvideos im Geschichtsunterricht

Impulsreferent: Dr. des. Christopher Friedburg. Er ist langjähriger Redakteur der Zeitschrift ”€žGeschichte lernen€” und  promoviert zurzeit über den Einsatz neuer Medien im  Geschichtsunterricht.

Ankündigungstext:
Nach  dem Einstiegsreferat sind eine kurze Gruppenarbeitsphase  (breakout-session) mit anschließendem Austausch im Plenum geplant. Die  beiden Videos, auf die Herr Friedburg aufgrund der begrenzten Zeit ausschnitthaft eingehen wird, können gerne im Vorfeld angesehen werden:

“€žDie Russischen Revolutionen erklärt” - MrWissen2go https://www.youtube.com/watch?v=Kt6QoiZ4mQs&t=67s
”Reformation für Einsteiger€“ - Hamburger Senat https://www.youtube.com/watch?v=NhuQSMmLyAM

Rückschau:

Literaturliste Mediencafé Erklär- und Lernvideos

Bunnenberg, Christian / Steffen, Nils (Hrsg.): Geschichte auf Youtube, Neue  Herausforderungen für Geschichtsvermittlung und historische Bildung. De  Gruyter Oldenbourg, Berlin 2019.

Dorgerloh, Stephan / Wolf, Karsten D.: Lehren und Lernen mit Tutorials und Erklärvideos. Beltz Verlag, Weinheim/Basel 2020.

Hartung, Tim: Geschichtsdarstellungen auf YouTube - geschichtsdidaktische  Prinzipien für die Beurteilung von Erklärvideos. In. Gallner-Holzmann,  Katharina / Hug, Theo / Pallaver, Günther (Hrsg.): Jugendliche Mediennutzung und die Zukunft des Qualitätsjournalismus. Iinnsbruck University Press,  Innsbruck 2020, S. 99-116. Online abrufbar unter: https://www.uibk.ac.at/iup/buch_pdfs/jugendliche_mediennutzung/10.1520399106-014-7-11.pdf [abgerufen am 19.01.2021].

Schön, Sandra / Ebner, Martin: Was macht ein gutes Erklärvideo aus? In:  Dorgerloh, Stephan / Wolf, Karsten D.: Lehren und Lernen mit Tutorials und Erklärvideos. Beltz Verlag, Weinheim/Basel 2020, S. 75-79. Online  abrufbar unter: https://www.researchgate.net/publication/340769203_Was_macht_ein_gutes_Erklarvideo_aus [abgerufen am 19.01.2021].

Wolf, Karsten D. (Hrsg.): Lernen mit Videos. Computer + Unterricht 109 (2018).

Die elfteilige Videoreihe ”€žAlles zu Erklärvideos” des YouTube-Kanals  Medienzentrum Frankfurt richtet sich sowohl an Lehrende als auch  Lernende im schulischen und universitären Kontext. Online abrufbar  unter: https://www.youtube.com/playlist?list=PLH8stScLVowSyRGfXb_HwLIHGXfVVCNES [abgerufen am 19.01.2021].

Anregungen aus dem naturwissenschaftlichen Bereich bietet beispielsweise der  YouTube-Kanal History Of Life. Das mehrfach ausgezeichnete Projekt zeigt vielfältige Videoproduktionen von Studierenden der National University  of Ireland Galway. Online abrufbar unter: https://www.youtube.com/channel/UCNgZkv0CmDcdCpAuWvnJArQ/featured [abgerufen am 19.01.2021].

Bericht:
Erfolgreicher Start unseres Mediencafés!

In der Runde von 21 Teilnehmer*innen gab es nach dem interessanten Auftakt von Herrn Friedburg eine lebhafte Diskussion über das Medium  ”€žLernvideo” und seine unterschiedliche Gestaltung anhand der beiden  Beispiele. Der Referent hat in seiner Dissertation systematisch  Lernvideos unter allen Aspekten untersucht und davon einiges vermittelt. Dabei wurde deutlich, dass es gar nicht darum geht, deren Angebot als  Ersatz oder Konkurrenz, sondern vielmehr als mögliche Ergänzung zum  Unterricht zu betrachten, auch im Hinblick auf die Kritik an den  Lernvideos (Frontalunterricht über den Bildschirm usw).

In der kurzen Arbeitsgruppenphase konnten sich die Teilnehmer*innen in  kleineren Runden darüber detaillierter austauschen und ihre Ergebnisse  ins Plenum einbringen. Entsprechend der gestellten Aufgabe kamen  unterschiedliche Überlegungen zusammen, die sich mit der Frage  befassten, inwiefern durch das Medium tatsächlich etwas Neues geschaffen werden kann und inwiefern dies auch zur Medienbildung für die  Schüler*innen nutzbar ist, indem sie selbst ein Lernvideo erstellen.  Technische Möglichkeiten aber auch die durch die Rahmenbedingungen  gesetzten Grenzen - v.a. die Zeitfrage - wurden ebenfalls diskutiert.


16.2.2022: Vom Archivbesuch zur Arbeit mit Digitalisaten im Geschichtsunterricht (forschend- entdeckendes Lernen/Projektarbeit)

Impulsreferentin: Dr. Jessica Kreutz. Seminar für Didaktik der Geschichte der Goethe-Universität Frankfurt. Sie ist auf das digitale Lehren und Lernen spezialisiert (und wurde für ihre innovativen Lehr- und Lernarrangements bereits mit einem Lehrpreis ausgezeichnet).

Ankündigungstext:
In dieser Ausgabe des Mediencafés werden sowohl das didaktische Potenzial digitalisierter Quellen und Quellencorpora als auch Möglichkeiten ihres Einsatzes im Unterricht vorgestellt. Zudem werden in mehreren Breakout-Sessions einzelne Quellenbestände exemplarisch vorgestellt und mögliche Einsatzszenarien diskutiert. Ein Schwerpunkt wird auf der Frage liegen, welche Auswirkungen diese neuartige Aufbereitung und Zugänglichkeit von Originalquellen auf die Aufgabenkultur im Geschichtsunterricht haben kann.

Wer mag, kann sich im Vorfeld bereits Bestände und Zugriffsmöglichkeiten der Deutschen Digitalen Bibliothek ansehen: https://www.deutsche-digitale-bibliothek.de

Bericht:
Eingangs wurde ein Video gezeigt, das die Herzog-August-Bibliothek in Wolfenbüttel zum virtuellen Leben erweckte. Die Teilnehmer konnten anschließende digital Bücher aus dem Regal nehmen und virtuell drehen.  Mehr dazu unter: https://codingdavinci.de/de/projekte/herzog-vr-august

Die Digitalisierung ermöglicht einen einfacheren Zugang zu Quellen in vielen Archiven und Bibliotheken und ist in diesem Sinne als Demokratisierung zu verstehen. Den Unterschied zwischen digitalisierten Quellen und Digitalisaten führte die Referentin am Beispiel eines Abdrucks der Regula Benedicti aus. In Anlehnung an die Definition von Pandel machte sie drei Kategorien aus: digital born (z.B. Videos); digital reborn (z.B. digitalisierte Ausschnitte eines Fotos) und digital analoge Quellen.

In einer Break-Up-Session erfolgte die Betrachtung verschiedener Quellen. Dabei stand die Nutzung der Deutschen Digitalen Bibliothek im Zentrum: https://www.deutsche-digitale-bibliothek.de/  Die DDG bietet Zugang zu mehr als 40 Millionen Objekten aus Kunst und Wissenschaft. Neben der Diskussion über die Nutzung dieser Meta-Plattform, stand der Austausch über die methodischen Möglichkeiten des Einsatzes im Unterricht (z.B. Gallery Walk, Binnendifferenzierung, Kontrastierung Bild- und Textquellen).

 

Mi 16.3.2022: Digitaler Rundgang durch die Gedenkstätte KZ-Dachau

Martina Henrici und Stefan Burger, Mitarbeiter/in der Gedenkstätte KZ-Dachau, kommunizierten über Video direkt vom Gelände aus mit der Gruppe.

Zur Information: Website der Gedenkstätte: https://www.kz-gedenkstaette-dachau.de/

Die technisch und pädagogisch hervorragend durchgeführte Online-Führung durch die Gedenkstätte des ehemaligen KZ Dachau zeigte in verkürzter Form - der Rundgang im Angebot für Schulklassen u. a. Interessenten dauert normalerweise 2,5 Std. - den historischen Ort mit seinen verbliebenen Originalgebäuden sowie zwei rekonstruierten Barracken. Die damals aus Holz gebauten Teile des KZ sind nicht erhalten und hätten schon aufgrund der Bauweise dem natürlichen Zerfall nicht widerstanden. Ein Blick auf den Plan, wie er auch auf der Website zu sehen ist, zeigte die damalige Anlage.

In einem steinernen Verwaltungsgebäude, in dem ursprünglich die Registrierung der Häftlinge stattfand, ist heute eine Ausstellung eingerichtet, durch die uns die Kamera ebenfalls führte. Die Präsentation verband geschickt einzelne Dokumente mit der historischen Erläuterung, z.B. die Schreibstubenkarten, die heute zentral im Archiv von Bad Arolsen (>Arolsen Archives) gelagert sind, digitalisiert werden und zur Auswertung zur Verfügung stehen, sowie einem Abriss über die Geschichte des KZ Dachau, das als erstes Konzentrationslager überhaupt, ursprünglich von der SA geleitet, zur „Schule der Gewalt“ für die SS wurde.

Während der Führung konnte man Fragen stellen, so dass sich daraus dann auch eine interaktive Komponente ergab.

In den zwei Corona-Jahren konnte dieses Angebot relativ schnell entwickelt und bislang recht erfolgreich eingesetzt werden. Es ersetzt natürlich nicht den Eindruck einer Besichtigung und Führung vor Ort, hat aber andererseits auch Vorteile: Der Online-Besuch ist von jeder Entfernung aus möglich, die Erfahrung zeigt auch, dass eine gewisse Einschüchterung durch die Überwältigung in der Präsenz vor Ort, die die Schülerinnen und Schüler oft hemmt, Fragen zu stellen, im Online-Besuch nicht so gegeben ist. Die virtuelle Führung ist durch ihre interaktive Komponente in jedem Fall auch besser als nur eine Verfilmung.

Für die Buchungen von Präsenzführungen sollte man sich längerfristig anmelden, für die digitale Führung ca. 3-4 Wochen vorher, 10 Tage davor findet dann eine Besprechung zur Durchführung statt.

Die technischen Voraussetzungen und optimalen Bedingungen dafür in der Schule selbst wurden in dieser Veranstaltung auch angesprochen. Aus den verschiedenen Möglichkeien heraus ergab sich eigentlich als beste Lösung die Verbindung zwischen einzelnen Endgeräten der SuS (z.B. Tablets) und einer Projektion der Videoübertragung über Beamer, weil so die optimale bildliche Darstellung mit der Möglichkeit der individuellen Kommunikation (Fragen stellen usw.) verbunden wird.

 

 

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