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Aktuell

Verband Hessischer Geschichtslehrerinnen und -lehrer VHGLL
Geschichte für heute lehren und lernen!

Hinweise auf aktuelles Geschehen

Auf dieser Seiten finden Sie auch öffentliche Stellungnahmen des VHGLL zum politischen und gesellschaftlichen Geschehen mit historischem oder erinnerungskulturellem Bezug. Vergangene Erklärungen werden auf der Seite Pressemitteilungen archiviert.

Aktivitäten und Veranstaltungen des Verbandes finden sich auf der Seite Veranstaltungen. - Hinweise auf Veranstaltungen etc. anderer Träger auf unserer Seite >Veranstaltungen 2

Beachten Sie auch: + Empfehlungen von Büchern u.a. / + Medien - Zur Diskussion: Frontalunterricht am Bildschirm. Digitalisierung ohne Kompetenz? u.a.

 

 

Übersicht für diese Seite

>> Gedenkveranstaltung zur Deportation von Sinti und Roma vor 78 Jahren in Darmstad

>> Endlich frei! - 75 Jahre Demokratie in Hessen. Die TV-Doku

>> Stellungnahme des VGD zum islamistisch motivierten Mord an Samuel Paty

>> Hinweis auf Aktuelles aus dem Verband zur DDR-Geschichte im bzw. für den Unterricht: Interview zum Thema und Aktualisierung von euregeschichte zum 30. Jahrestag der Wiedervereinigung

>> Stellungnahme zur Petition “Anti-Rassismus und deutsche Koilonialgeschichte in Hessens Lehrkplan”

>> Geschichtsunterricht in Zeiten von Corona - Appell an den Hessischen Kultusminister

>> Hinweis auf unsere Seite zu den Vorgängen in Hessen 1931 - ein Lehrstück aus der Geschichte

>> Erklärung zu den Morden in Hanau am 19.2.2020

>> Januar 2020: 75 Jahre Befreiung von Auschwitz und die Gegenwart der Vergangenheit. Zahlreiche Links zum Thema

>> Zum Anschlag in Halle am 9.10.2019

Hinweis: Aktuelle (Online-)Fortbildungen, Ausstellungen etc. anderer Träger auf der Seite >>Veranstaltungen 2


Gedenkveranstaltung zur Deportation von Sinti und Roma vor 78 Jahren in Darmstadt Im Licht der Mordaktion von Hanau vor einem Jahr mit Jochen Partsch, Adam Strauß, Daniel Neumann und Renate Dreesen am 14.3. auf Youtube.

Selten waren schreckliche Vergangenheit und schreckliche Aktualität so eng miteinander verbunden, dies machen der Darmstädter OB Jochen Partsch und Adam Strauß, Vertreter des Landesverbandes der Sinti und Roma, sowie Daniel Neumann, Vorsitzender des Landesverbandes der jüdischen Gemeinden in Hessen, und Renate Dreesen, Mitglied des Sprecherrates der Landesarbeitsgemeinschaft der Gedenkstätten und Erinnerungsinitiativen zur NS-Zeit in Hessen, in ihren Reden zum Gedenktag der Deportierung Darmstädter Juden vor 78 deutlich. DA_14.3.2021

Das Video der Reden (ca. 42:00) ist auf Youtube zu sehen. Weitere Links dazu:

https://www.darmstadt.de/nachrichten/darmstadt-aktuell/news/gemeinsame-gedenkstunde-zum-78-jahrestag-der-deportation-der-darmstaedter-sinti-am-14-maerz

http://www.gedenken-in-hessen.de/?page_id=360

https://www.echo-online.de/lokales/darmstadt/gedenkakt-in-darmstadt-fur-die-sinti_23297062

http://www.gedenken-in-hessen.de/?page_id=360

 


Endlich frei! - 75 Jahre Demokratie in Hessen

TV-Dokumentation des HR, ausgestrahlt auf Hessen 3 am 9.3.2021, in der ARD-Mediathek verfügbar bis 6.3.2022.

In dem Film berichten Zeitzeugen vom demokratischen Neuanfang in Hessen  nach 1945, den sie als Kinder erlebten. Was bedeutete die neue Freiheit  für den Alltag, für die Schule, für ihr Leben?

Ein gelungener Film, auf erfrischende Weise mit dem “Zusammenbruch”-Feeling aufräumt und deutlich macht, wie man damals eione Freiheit empfinden konnte, die man niemals zuvor kennengelernt hatte.


Unmittelbar nach Bekanntwerden des islamistisch motivierten Mordes an dem französischen Geschichtslehrer Samuel Paty hat der Bundesverband (VGD) eine Stellungsnahme veröffentlicht. Sowohl der Name des Opfers als auch die Identität des mutmaßlichen Täters waren damals noch nicht bekannt: >hier


DDR-Geschichte im / für den Unterricht:

Zum 30. Jahrestag der Wiedervereinigung gibt es eine Aktualisierung bzw. Ergänzung von euregeschichte, einem Projekt des MDR, an dem der VGD und vor allem Mitglieder des hessischen Landesverbandes beteiligt sind. Vgl. auch den Flyer dazu.

Außerdem ein Interview zum Thema DDR-Geschichte im Unterricht mit Gert Mengel (Rostock, Vorsitzender des VGD-Landesverbandes Mecklenburg-Vorpommern) und Wolfgang Geiger (Frankfurt am Main, Vorsitzender VHGLL / VGD-Landesverband Hessen) auf Zeit Online.
 


Stellungnahme des VHGLL zur
Petition Anti-Rassismus und Deutsche Kolonialgeschichte in Hessens Lehrplan!

Im Zuge der nach den jüngsten Vorfällen in den USA erstarkenden Black lives matter!-Bewegung und einer daran anschließenden breiteren Bewegung gegen Rassismus auch in Deutschland hat sich eine bundesweite Initiative für Petitionen in jedem Bundesland gebildet, die die Behandlung der deutschen Kolonialgeschichte und deren Folgen sowie eine weitergehende antirassistische Erziehung im Schulunterricht fordert.

Hier die Stellungnahme des VHGLL                                                ..und das Echo in der Frankfurter Rundschau

Die Stellungnahme enthält eine ausführliche Erläuterung.

Eine weiterführende inhaltliche Auseinandersetzung mit der Thematik erschien in der HLZ 12/2020, S. 30f.:
Wolfgang Geiger: Kolonialismus und Rassismus - Herausforderungen für den Unterricht (das Heft steht auch online).

An dieser Stelle möchten wir auch auf unsere Jahrestagung 2018 zum Thema Schwierige Erinnerung:
Frühe Völkermorde des 20. Jahrhunderts.
Deutsch-Südwestafrika (Herero) und Osmanisches Reich (Armenier
)
hinweisen sowie auf unsere stets weiter ausgebaute und aktualisierte Themenseite Kolonialismus.

Ferner sei hier auch auf die Webseite des Geschichtslehrerforums zum Thema Deutsch-Südwestafrika und Völkermord an den Herero mit ausführlichen Materialien und Quellen aus verschiedenen Perspektiven hingewiesen.

Aktuell im Web:

Die Gewalt wird nicht thematisiert.” Viele deutsche Schulbücher beschönigen auch heute noch die Kolonialzeit..., Interview mit Josephine Apraku von Simon Sales Prado, taz, 15.7.2020.

So absolut ist das Zitat im Titel wohl nicht für alle Schulbücher aufrechtzuerhalten, trotzdem ist eine breitere Schulbuchkritik dazu überfällig, Untersuchungen gibt es bereits u.a. vom Georg-Eckert-Institut (siehe auf unserer Seite Kolonialismus).

16.7.2020


Geschichtsunterricht in Zeiten von Corona?

Unser Appell an das Kultusministerium vom Mai und die Antwort - zusammengefasst

Angesichts dessen, dass die partielle Wiederaufnahme des Präsenzunterrichts nach der Cornoa-Schulschließung ohne Geschichte in der Oberstufe erfolgte und bis zum Schuljahresende so blieb, haben wir dem Kultusminister unsere Besorgnis zum Ausdruck gebracht, dass das Fach Geschichte, das immerhin durch die Landesverfassung einen besonderen Auftrag hat (Art. 56), nun ausgerechnet mit den Themen Weimarer Republik und Nationalsozialismus in der Q2 nicht mehr für den Präsenzunterricht vorgesehen war (abgesehen von den Leistungskursen) und vielleicht auch bei zukünftigen coronabedingten Einschränkungen benachteiligt würde. Für die Sek. I stellte sich nach dem 18.5. ein uneinheitliches Bild dar, an einigen Schulen wurden alle Fächer (reduziert) unterrichtet, an anderen nicht.

Das Ministerium hat unsere Kritik angenommen und auf die besondere Notsituation hingewiesen. Für die letzte Phase vor den Ferien wurde Politik und Wirtschaft gegenüber Geschichte präferiert, weil PoWi im Unterschied zu Geschichte in der Q1-2 einbringungspflichtig und später nicht mehr belegpflichtig ist, weswegen viele Schülerinnen und Schüler das Fach im 2. Jahr der Qualifikationsphase abgeben. Dieses Argument war für uns auch nachvollziehbar. Das Ministerium hat uns aber versichert, dass darüber hinaus Geschichte keineswegs benachteiligt werden solle, „denn im Geschichtsunterricht werden Kompetenzen und Inhalte vermittelt, die unverzichtbar für die Ausbildung des Demokratiebewusstsein bei unseren Schülerinnen und Schülern ist.“ (Aus dem Brief des HKM).

Wir gehen folglich davon aus, dass bei einer evtl. zweiten Corona-Welle sinnvollerweise Geschichte und die anderen Nebenfächer proportional am ggf. reduzierten Präsenzunterricht beteiligt bleiben und keine Priorisierung von Fächern zum Nachteil unseres Faches erfolgt.

16.7.2020


Auf einer >>Extra-Seite
Lehren aus Weimar:
Die Schwäche der Demokraten ist die Stärke der Antidemokraten
Eine historische Lektion aus Hessen 1931

 


Erklärung zu den Morden in Hanau am 19.2.2020

Wir teilen das Entsetzen über den rassistisch motivierten Terrorakt in Hanau und die Bestürzung über die Abfolge rechtsextremer Gewalttaten in kurzer Zeit in Deutschland.

Der Mordanschlag auf vermeintliche “Ausländer” in der Wahrnehmung des mutmaßlichen Täters in der Nacht vom 19.-20.2.2020 hat angesichts des Selbstmordes am Ende das formale Charakteristikum eines Amoklaufes. Wie im Fall von Halle wird dies von einigen auch wieder als “unpolitische” Tat eines geistig Verirrten bagatellisiert, so vom Vorsitzenden der AfD-Bundetagsfraktion Alexander Gauland (am 20.2. in der Tagesschau) . Doch in der offenbar gestörten Persönlichkeit des mutmaßlichen Attentäters, der gezielt neun Menschen mit Migrationshintergrund ermordete und fünf weitere verletzte, mischen sich individuelle Wahnvorstellungen mit rassistischem Hass und rechtsextremen Verschwörungstheorien, die nicht neu sind, historische Vorbilder haben und heute zuhauf im Internet zirkulieren, woher er sie auch bezogen und selbst verbreitet hat.

In seinem Bekennerschreiben auf seiner Homepage “fabuliert er über die Frage, wie viele Deutsche ’reinrassig und  wertvoll’ seien - und zählt mehr als zwei Dutzend Staaten auf, deren  Bevölkerung seiner Meinung nach vernichtet werden müsste.” (Terror in Hanau, 20.2.,2020, Der Spiegel). In der Darlegung seiner rassistischen Beweggründe richtet er “sich in seinen Gedankengängen vor allem gegen Menschen aus muslimischen Ländern, aber auch gegen Israel.” (Rassismus, Verschwörungen und Verfolgungswahn, 20.2.2020, ZDF).

Unschwer sind hier ideologische Wurzeln rassistischen Denkens zu erkennen, die auf das 19. Jahrhundert zurückgehen und im Nationalsozialismus zum Völkermord an Millionen Menschen geführt haben. Das Ende dieser Katastrophe (hebräisch Shoah) jährt sich in diesen Wochen und Monaten zum 75. Mal. Die bestürzende Reaktualisierung des Denkens, das dazu führte, hat nicht nur Mord- und Terroraktionen einzelner Täter in jüngster Zeit und weiter zurück u.a. den “NSU” hierzulande zu seinen Morden und Breivik in Norwegen zu seinem Massaker motiviert, sondern gehört auch zu den Motiven von rechtsextremen Untergrundgruppen und weiter verzweigten Netzwerken, die durch Anschläge Chaos und bürgerkriegsähnliche Zustände herbeiführen wollen, und von denen jüngst zwölf Verdächtige einer Terrorzelle verhaftet wurden (cf. u.a. Auf einen Schlag, 16.2.2020, FAZ).

Für uns Geschichtslehrerinnen und -lehrer ist dies einmal mehr ein Grund, weiterhin diese Zusammenhänge im Unterricht zu thematisieren und die Bedeutung der Geschichte für heute zu verdeutlichen.

21.2.2020
 


Januar 2020:

75 Jahre Befreiung von Auschwitz und die Gegenwart der Vergangenheit

Die ”Befreiung von Auschwitz” - wie es immer schräg genannt wird, denn nicht das KZ wurde befreit, sondern die dort zurückgelassenen, dem Tode überantworteten Überlebenden - jährt sich zum 75. Mal.

”Vergangenheit, die nicht vergeht” ist nicht nur eine zum Ritual gewordene Formel.

► Siehe auch auf der Website des Arbeitskreises Deutsch-jüdische Geschichte:. Fragen und Umfragen zur Erinnerung an den Holocaust. Pünktlich zum 75. Jahrestag des 27.1.1945 wird den Schulen wieder die Schuld an mangelndem Geschichtsbewusstsein gegeben
>>Aktuelles des Arbeitskreises


Bundesprä¤sident Frank-Walter Steinmeier: Reden in Yad Vashem am 23.1.2020 und im Bundestag am 29.1.2020, Besuch der Gedenkveranstaltung in Auschwitz am 27.1.2020

Rede in Yad Vashem auf dem World Holocaust Forum am 23.1.2020
Als erster Bundespräsident hielt Frank-Walter Steinmeier am 23. Januar eine Rede in der Holocaust-Gedenkstätte Yad Vashem in Jerusalem. Der hebräische Name bezieht sich auf eine Stelle des Propheten Jesaja, worauf Steinmeier hinwies, wonach den Toten ”ein Denkmal und ein Name”€ gegeben werde. [Jesaja 56;5: ”Und denen will ich ... ein Denkmal (Yad) und einen Namen (Shem) geben; einen ewigen Namen, der nicht vergehen soll” - Zur >>Entstehungsgeschichte von Yad Vashem] ”Die Flamme von Yad Vashem erlischt nicht. Und unsere deutsche Verantwortung vergeht nicht”€, erklärte er und bekannte zugleich: ”Aber manchmal scheint es mir, als verstünden wir die Vergangenheit besser als die Gegenwart. Die bösen Geister zeigen sich heute in neuem Gewand”
>>Video und Text der Rede auf der Website des Bundespräsidenten

Gedenkveranstaltung in der KZ-Gedenkstätte Auschwitz am 27.1.2020
Zusammen mit dem israelischen Staatspräsidenten Rivlin nahm Steinmeier auch an der Gedenkveranstaltung zum 75. Jahrestag in Auschwitz teil. Nach der Kranzniederleggung betonte er auch in einem Statement gegenüber den Medien, dass die Mahnung der Vergangenheit keineswegs nur ein Ritual ist: ”Aber manchmal, wenn wir in diese Zeit [= heute] schauen, habe ich den Eindruck, dass das Böse noch vorhanden ist.€”
>>Video und Text des Statements auf der Website des Bundespräsidenten.

Gedenken an die Opfer des Nationalsozialismus im Bundestag am 29.1.2020
Mit dem israelischen Staatspräsidenten Rivlin war Steinmeier nach Auschwitz und dann nach Berlin gereist. In seiner Rede im Bundestag erklärte er: ”Viele Deutsche meiner Generation haben nur dank dieser Aufarbeitung ihren Frieden mit dem eigenen Land machen können. Dass die Auseinandersetzung mit der historischen Schuld heute zum Selbstverständnis unseres Landes gehört, wird von Demokraten in diesem Haus nicht bestritten.”€
>>Video und Text der Rede auf der Website des Bundespräsidenten


Interview mit Ulrich Bongertmann (VGD) zum Gedenktag im Heute Journal

Dass Geschichtslehrer/innen und Vertreter/innen des VGD zu den öffentlich diskutierten Themen auch gehört werden, ist eher selten und wenn, dann meistens sehr eingeschränkt. Eine große Ehre war es daher für Ulrich Bongertmann - und für uns alle -, dass der ehemalige VGD-Vorsitzende (bis 2018) als Repräsentant des Verbandes im Heute Journal am 27.1. ein fünfminütiges Interview bekam. Der Ausschnitt aus der Sendung kann hier noch einmal angesehen/angehört werden: Heute Journal.


Hinweis auf Gedanken zum Gedenken auf der Website des VGD-Arbeitskreises Deutsch-jüdische Geschichte:
Fragen und Umfragen zur Erinnerung an den Holocaust
Pünktlich zum 75. Jahrestag des 27.1.1945 wird den Schulen wieder die Schuld an mangelndem Geschichtsbewusstsein gegeben
>>Aktuelles des Arbeitskreises


Befreiung vor 75 Jahren und Gedenken im Angesicht der Überlebenden heute - Ausstellung in Essen

Das Gedenken an den 27. Januar 1945 ist dieses Jahr besonders intensiv. Die Zahl der Überlebenden aus den Vernichtungslagern wie überhaupt der Angehörigen jener Generation, die die Verfolgung durch den Nationalsozialismus auf die eine der andere Weise erlebt und überlebt hat, sinkt zwangsläufig immer mehr. In Essen wurde die Ausstellung Survivors des Fotografen Manfred Schoeller eröffnet, die, so einfach wie genial, aktuelle Porträtaufnahmen von Überlebenden zeigt. Auch das Video und die Fotos auf >>T-Online vermitteln ein Stück der Atmosphäre jener Begegnung mit diesen Menschen, die uns in die Augen schauen. >>Website der Ausstellung

 


 

Zum Anschlag in Halle am 9.10.2019

Das versuchte Attentat am 9. Oktober 2019 auf jüdische Gläubige in der Synagoge von Halle am Jom Kippur, dem höchsten jüdischen Feiertag, und die dann verübten Morde an einer Passantin auf der Straße und einem Gast an einem Döner-Imbiss sowie die Schüsse auf zwei weitere Personen, die schwer verletzt überlebten, zeigen auf dramatische Weise, wie gewalttätig antisemitische und rechtsextreme Gesinnung in Deutschland heute werden kann.

Während die Medien anerkennend betonen, dass die Polizei schon 10 Minuten später vor Ort war, hat Dr. Josef Schuster, der Vorsitzende des Zentralrats der Juden in Deutschland, im Fernsehen am Abend des Anschlags gleich zu Recht hervorgehoben, dass es keinen Polizeischutz an der Synagoge gegeben habe und dass ein solcher aller Wahrscheinlichkeit nach die beiden anschließenden Morde verhindert hätte. (https://www.tagesschau.de/inland/reaktionen-schuesse-halle-103.html)

Der Vorgang ist in mehrfacher Hinsicht paradigmatisch für die ganze Thematik, denn er verbindet alle Einzelaspekte dieser Problematik miteinander und zeigt die Verfälschung der Geschichte in politischer Absicht.

1. Es gibt auch heute noch antisemitische Verschwörungstheorien, die Menschen zu Gewalttaten stimulieren.

2. Die Synagoge in Halle - und dies gilt analog für andere jüdische Einrichtungen - war nur sicher, weil sie sich schon quasi zu einer Festung verbarrikadiert hatte.

3. Denn der Rechtsstaat, der laufend vom Antisemitismus als Bedrohung spricht, war vor Ort nicht schützend präsent.

4. Während die Medien in ihrer Berichterstattung fast ausschließlich die antisemitische Absicht thematisieren, zeigt der Tatverlauf mit der dabei offenbarten  Ideologie des Täters ein viel breiteres Spektrum des Hasses, das in der Neuen Rechten verankert ist. Dieser Hass richtete sich auch gegen Frauen und Immigranten im Rahmen einer Verschwörungsphantasie, wonach Juden einen “Bevölkerungsaustausch” in Deutschland herbeiführten und dabei vom Feminismus durch den von ihm verursachten Geburtenrückgang unterstützt würden. Den Holocaust habe es gar nicht gegeben, sondern er sei eine Erfindung der Juden um den Deutschen ein Schuldbewusstseiin einzuimpfen und sie gefügig zu machen. Der Rassismus zeigt sich hier in seiner ganzen Bandbreite vom Antisemitismus bis zum Antifeminismus.

Dies sind alles Thesen, die in der Neuen Rechten weit verbreitet sind und zumindest teilweise “von Rechtspopulisten in Talkshows vorgetragen werden.” (https://www.zeit.de/politik/deutschland/2019-10/anschlag-halle-synagoge-antisemitsmus-rechtspopulismus/komplettansicht)

Als Staatsbürgerinnen und -bürger empört uns dies zutiefst, als Geschichtslehrerinnen und -lehrer sagen wir aber auch, dass die pauschalen Schuldzuweisungen an die Schule und an angeblich mangelhaften Geschichtsunterricht, wie sie schon oft genug in Reaktion auf antisemitische Vorfälle erfolgten, nicht gerechtfertigt sind. Die Analyse der Ursachen und die Präventionsarbeit sind eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe.

Der VHGLL nimmt konsequent zu in diesem Sinne relevanten Themen auf seiner Website Stellung und bietet auch Fortbildungen an, gerade in diesem Kalenderjahr, die zur Stärkung des demokratischen Geschichtsbewusstseins beitragen (>>Veranstaltungen). Er wird sich auch weiterhin für die konsequente Aufarbeitung der Lehren aus der deutschen Geschichte und namentlich gegen Tendenzen zur Revision, Verharmlosung oder Relativierung der Verbrechen des Nationalsozialismus einsetzen.

13.10.2019

Siehe auch eine weiterführende Analyse auf www.juedischegeschichte.de/Aktuelles

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