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Verband Hessischer Geschichtslehrerinnen und -lehrer VHGLL

Neu: Hinweise auf Veröffentlichungen, Bücher und Websites
zu besonderen Themen

Wir beginnen hier eine Seite mit Hinweisen und Empfehlungen auf Bücher und/oder Webseiten, auf die wir gestoßen sind oder die uns gefunden haben. Die Auswahl bleibt zwangsläufig subjektiv.

Übersicht:

+ Rettet wenigstens die Kinder. Kindertransporte aus Frankfurt am Main - Lebenswege von geretteten Kindern, 2018
+ Michal Glowinski: Schwarze Jahreszeiten. Meine Kindheit im besetzten Polen, 2018.
+ Deutschland und Frankreich. Geschichtsunterricht für Europa. Die deutsch-französischen Schulbuchgespräche im europäischen Kontext, herausgegeben vom deutschen und französischen Geschichtslehrerverband, 2018 (Eine Besprechung erfolgt noch...)
+ Bundesstiftung Aufarbeitung der SED-Diktatrur: Diktatur und Demokratie im Unterricht. Der Fall DDR, 2017.

Weiteres folgt...

Rettet wenigstens die Kinder
Kindertransporte aus Frankfurt am Main - Lebenswege von geretteten Kindern
Herausgegeben von Angelika Rieber und Till Lieberz-Groß
In Zusammenarbeit mit dem Verein Projekt Jüdisches Leben in Frankfurt. Spurensuche - Begegnung - Erinnerung e.V.
Frankfurt am Main: Fachhochschulverlag, 2018

Kindertransporte - ein bis vor wenigen Jahren fast unbekannter Aspekt aus dem Holocaust-Zusammenhang, der, wie andere, die Widerstand, Flucht, Emigration und Überleben thematisieren, unterbelichtet blieb. 
Dank einer langjährigen akribischen Recherche in den Archiven, Suche nach Überlebenden der sogenannten Kindertransporte 1938-1940 und Organisierung von Begegnungen mit ihnen, konnten in dem Buch zahlreiche einzelne Biographien von Kindern aus Frankfurt a. M. zusammengestellt werden, die nach dem Novemberpogrom im Rahmen der Sonderaktion der britischen Regierung für jüdische Kinder in Großbritannien von Pflegeeltern aufgenommen wurden oder in anderen Aufnahmeländern Zuflucht fanden (insgesamt ca. 20.000), Zusätzlich zur detaillierten individuellen und familiären Geschichte sowie den Erlebnissen des Novemberpogroms sind zahlreiche Fotos und Dokumente in dem Band abgedruckt.
Dies macht das Buch selbst zu einem reichhaltigen historischen Archiv, das als solches beeindruckt und sehr gut auch im Unterricht verwendet werden kann,

Angelika Rieber ist langjähriges Mitglied des VHGLL.

Eine detailliertere Besprechung folgt in Bälde.

W.G., 31.12.2018

Rettet_wenigstens_die_Kinder

Michal Glowinski: Schwarze Jahreszeiten. Meine Kindheit im besetzten Polen
Darmstadt (WBG/Theiss), 2018 (>WBG)

Lesung_Darmstadt_26.4.2018
Schwarze_Jahreszeiten

Buchvorstellung und Lesung im Deutschen Polen-Institut in Darmstadt am 26.4.2018.
Anna Artwinska (Literaturwissenschaftlerin, Universität Leipzig) und Peter Oliver Loew (Übersetzer und Mitarbeiter am Deutschen Polen Institut Darmstadt)

Michal Glowinski (*4.11.1934) ist ein bekannter Literaturwissenschaftler und literarischer Schriftsteller in Polen, seit 1955 arbeitete er am Institut für Literaturforschung der Polnischen Akademie der Wissenschaften und war dort bis 2004 Professor. Einige seiner Bücher sind ins Deutsche übersetzt, so Mythen in Verkleidung, Suhrkamp, 2005 (>DPI) und Eine Madeleine aus Schwarzbrot, Jüdischer Verlag, 2004 (>Leo Baeck)

Mit der Veröffentlichung der Erstausgabe von Schwarze Jahreszeiten in Polen 1998 wurde erst bekannt, dass Glowinski aus einer jüdischen Familie stammt und als Kind das Warschauer Ghetto erlebt und überlebt hat. Der Kontext der Entstehung des Buches wird in der deutschen Ausgabe mit wertvollen Hinweisen für den deutschen Leser durch ein Nachwort von Anna Artwinska und einem Interview erklärt, das Anna Artwinska, die seinerzeit bei Glowinski auch promovierte, und der Übersetzer Peter Oliver Loew, Mitarbeiter des Deutschen Poen-Instituts, am 29.9.2017 mit Michal Glowinski führten.

Nach dem Krieg wurde Glowinski auf Veranlassung seiner Mutter getauft, aus Dankbarkeit gegenüber den katholischen Nonnen, die ihn zum Schluss versteckt hatten, dies wird in dem Buch auch erzählt. Nach 1990 gab es in Polen eine Welle der Aufarbeitung der jüdischen Geschichte und der Shoa in Polen (auf polnisch zaglada - svw. Vernichtung), nachdem dies in der kommunistischen Ära inopportun, wenn auch nicht unmöglich, gewesen war, aufgrund der politischen linksantisemitischen Stimmung, aber auch wegen des traditionellen polnischen Antisemitismus. So entstand in den 90er Jahren ein enormer Nachholbedarf. Glowinski legt Wert darauf, sowohl polnische Helfershelfer der Deutschen (Nazis, SS), als auch Widerständler und Helfer der Juden zu benennen. Ohne Letztere hätten er und viele andere nicht überlebt.

Glowinksi erzählt in Schwarze Jahreszeiten aus seiner Erinnerung heraus eine Episode vor der Ankunft der Deutschen, dann das Leben im Ghetto, die Flucht aus dem Ghetto und das Untertauchen in verschiedenen Verstecken “auf der arischen Seite” in Warschau und außerhalb Warschaus,, sowie die unmittelbare Zeit nach dem Krieg. Dabei ist es ihm äußerst wichtig, die Erinnerungen möglichst unverfälscht und daher so fragmentarisch, wie sie zwangsläufig sind aufgrund der zeitlichen Distanz und weil er damals noch ein Kind war (geb. 1934), wiederzugeben. D.h. ohne Nachbesserung im Rückblick und vor allem ohne “Verschönerung” zum “Shoah-Kitsch”, wie er es nennt, etwa als eine Art Abenteuererzählung (Interview, S. 260). Seine Erinnerungen tauchen also teilweise fragmentarisch, in Streiflichtern, Eindrücken, kurzen Szenen auf, teilweise in etwas längeren Episoden (v.a. in der zweiten Hälfte, nach dem Ghetto), und wenn der reflektierende Rückblick trotzdem eingreift, tut er es abgesondert von der Erinnerung, als kommentierende Erinnerung über die Erinnerung. Das letzte Kapitel “Auch Deutsche sind Menschen” verbindet ein Nachdenken im Rückblick mit der Erinnerung an die Gefühle von damals, als Glowinski in der Nachkriegszeit in einer polnischen Zeitschrift diesen für ihn damals empörenden Satz las.

Ein lesenswertes Buch, um so mehr aufgrund der aktuellen Kontroverse und Polemik um das polnische “Holocaust-Gesetz”, sowie aufgrund der wertvollen Ergänzungen für die deutsche Leserschaft.

WG, 29.4.2018

 


 

Deutschland und Frankreich. Geschichtsunterricht für Europa. Die deutsch-französischen Schulbuchgespräche im europäischen Kontext,
herausgegeben von Ulrich Bongertmann Franck Collard u.a. für den Verband der Geschichtslehrer Deutschlands und die Association des Professeurs d’Histoire et de Géographie, Frankfurt/M. (Wochenschau),2018. (zum Verlag)

Deutschland_und_FrankreichEine Besprechung/Vorstellung ist in Arbeit...

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 


 

Diktatur und Demokratie im Unterricht. Der Fall DDR
Herausgegeben Jens Hüttmann und Anna von Arnim-Rosenthal für die Bundesstiftung Aufarbeitung der SED-Diktatur (vgl. hier), Berlin (Metropol), 2017.

Der Fall DDREs enthält zahlreiche Beiträge zur historischen Forschung und zur Problematik von Erinnerung, Erinnerungskultur und Thematisierung des Themas im Unterricht. Da werden der "fortschreitende historische Analphabetimus" beklagt, die familiäre Vermittlung autobiographischer Erinnerung hinterfragt sowie weitergehende Erfahrungen mit Zeitzeugen ausgewertet und erfolgreiche und beispielhafte Impulse und Projekte vorgestellt. Das Buch kostet 19.-

Es lohnt auch ein Blick auf die Website der Stiftung Aufarbeitung, wo es auch zahlreiche Materialien als Download gibt. Andere, wie die Ausstellung Der Kommunismus in seinem Zeitalter, können kostenlos in Berlin bestellt werden.

 

 

 

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